Studie: Einmalige Psilocybin-Erfahrung geht mit messbaren Veränderungen im Gehirn einher

Eine einmalige Einnahme des psychoaktiven Pilzwirkstoffs Psilocybin könnte über die akute psychedelische Wirkung hinaus noch Wochen später mit messbaren Veränderungen in Hirnaktivität, Gehirnscans und subjektivem Erleben verbunden sein. Darauf deutet eine explorative Studie mit 28 gesunden Erwachsenen hin, die zuvor keinerlei Erfahrung mit Psychedelika hatten.

In der Placebo-kontrollierten Untersuchung erhielten alle Teilnehmenden zunächst eine sehr niedrig dosierte Kontrollgabe von 1 Milligramm Psilocybin. Vier Wochen später wurde denselben Personen eine hohe Dosis von 25 Milligramm verabreicht. Die Forschenden erfassten Veränderungen mithilfe von EEG-Messungen sowie verschiedenen MRT-Verfahren – während der akuten Wirkung und bis einen Monat nach der Einnahme.

Ein bis zwei Stunden nach der 25-Milligramm-Dosis zeigte das EEG deutlich veränderte Aktivitätsmuster im Gehirn. Je stärker diese Veränderungen während der akuten Wirkung ausfielen, desto besser ließ sich eine spätere Verbesserung des psychischen Wohlbefindens vorhersagen. Ein Teil dieses Zusammenhangs hing nach Angaben der Forschenden mit persönlichen Einsichten zusammen, über die die Teilnehmenden am Tag nach der Sitzung berichteten.

Einen Monat nach der hochdosierten Gabe zeigten bestimmte MRT-Messungen veränderte Werte in Nervenverbindungen zwischen dem Frontallappen und tieferliegenden Hirnregionen. Solche Messwerte können auf Veränderungen in der Mikrostruktur von Nervenbahnen hindeuten, erlauben für sich allein jedoch keine Aussage darüber, welche biologischen Prozesse dahinterstehen.

Zusätzlich beobachtete das Forschungsteam Veränderungen in der funktionellen Organisation von Hirnnetzwerken. Teilnehmende, bei denen diese Messwerte stärker abnahmen, berichteten nach einem Monat im Schnitt auch von einem größeren Anstieg ihres subjektiven Wohlbefindens.

Darüber hinaus berichteten die Teilnehmenden vier Wochen nach der hochdosierten Sitzung über mehr geistige Flexibilität, stärkere persönliche Einsichten und ein höheres Wohlbefinden.

Dauerhafte Veränderungen der allgemeinen funktionellen Hirnaktivität konnten insgesamt jedoch kaum nachgewiesen werden. Sämtliche beobachteten Effekte traten ausschließlich nach der 25-Milligramm-Dosis auf; nach der niedrig dosierten Kontrollgabe zeigten sich keine vergleichbaren Veränderungen.

Die Autoren betonen den explorativen Charakter der Studie sowie die geringe Teilnehmerzahl. Die Ergebnisse liefern daher keine endgültigen Belege für langfristige biologische Umbauprozesse im Gehirn, zeigen aber, dass bereits eine erste Psilocybin-Erfahrung noch Wochen später mit messbaren Veränderungen in psychologischen und neurobiologischen Untersuchungen verbunden sein kann.

Paper: Lyons, T., Spriggs, M., Kerkelä, L., Rosas, F. E., Roseman, L., Mediano, P. A. M. et al. (2026), Human brain changes after first psilocybin use, Nature Communications 17(1): 3977.

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