Psychedelika verändern kognitive Funktionen uneinheitlich

LSD, DMT und Psilocybin können verschiedene kognitive und psychologische Funktionen verändern. Die Effekte fallen jedoch je nach Funktion, Dosis und Zeitpunkt der Untersuchung unterschiedlich aus. Das zeigt eine systematische Übersichtsarbeit, für die 32 placebo-kontrollierte Studien aus den Jahren 1990 bis 2025 ausgewertet wurden.

Besonders bei Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und der Kontrolle automatischer Reaktionen fanden die Autoren häufig Beeinträchtigungen während der akuten Wirkung. Diese traten in vielen Untersuchungen dosisabhängig auf. Allerdings wiesen einige Studien keine entsprechenden Veränderungen nach.

Auch beim Gedächtnis ergibt sich kein einheitliches Bild. Je nach verwendeter Aufgabe und Zeitpunkt der Untersuchung wurden sowohl Beeinträchtigungen als auch Verbesserungen oder keine Veränderungen beobachtet.

Interessante Unterschiede zeigten sich bei der Empathie: Die Psychedelika erhöhten tendenziell die emotionale Empathie, also das emotionale Mitfühlen mit anderen Menschen. Auf die kognitive Empathie – die Fähigkeit, die Perspektive oder den mentalen Zustand eines anderen Menschen zu verstehen – fanden die Autoren dagegen keinen vergleichbaren Effekt.

Einige Studien deuteten zudem darauf hin, dass die Probanden unter der akuten Wirkung negative emotionale Reize schlechter erkannten. Die Ergebnisse zur kognitiven Flexibilität, also zur Fähigkeit, zwischen Denk- und Handlungsweisen zu wechseln, waren dagegen widersprüchlich.

Die Aussagekraft der Ergebnisse ist allerdings begrenzt. Viele der eingeschlossenen Studien hatten kleine Stichproben. Zudem ist bei Psychedelika eine zuverlässige Verblindung gegenüber Placebo schwierig, weil die subjektiven Wirkungen für die Teilnehmer häufig deutlich erkennbar sind. Die Autoren fordern deshalb größere Studien und insbesondere mehr Untersuchungen zu den längerfristigen Auswirkungen.

Die Übersichtsarbeit liefert damit keinen Beleg für eine generelle Verbesserung kognitiver Leistungen durch Psychedelika. Vielmehr zeigen LSD, DMT und Psilocybin ein differenziertes Wirkungsmuster: Bestimmte kognitive Leistungen können während der akuten Wirkung beeinträchtigt sein, während sich zugleich die emotionale Verarbeitung und insbesondere die emotionale Empathie verändern.

Quelle

Kase, M., Kaup, K.K., Aru, J. (2026), Effects of LSD, DMT and psilocybin on cognitive and psychological functions: A systematic review of the literature, Journal of Psychopharmacology 40(8): 02698811251412012.

Zur Studie, öffnet in neuem Tab journals.sagepub.com

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