Ein aktueller kommentierender Beitrag fordert eine stärkere und gleichberechtigte Beteiligung indigener Gemeinschaften an der Psychedelika-Forschung. Die Autoren kritisieren, dass das über Generationen entwickelte Wissen indigener Gemeinschaften über psychoaktive Pflanzen und Pilze bislang im wissenschaftlichen Diskurs nur unzureichend berücksichtigt werde. Als problematisch nennen sie unter anderem extraktive Forschung, Kommerzialisierung und den Ausschluss indigener Akteure von politischen Entscheidungsprozessen.
Anhand von Ayahuasca, Psilocybin, Peyote und Ibogain verweisen die Autoren auf traditionelle Wissenssysteme, in denen der Umgang mit psychoaktiven Substanzen in rituelle, gemeinschaftliche und ökologische Zusammenhänge eingebettet ist. Solche Perspektiven könnten nach ihrer Einschätzung wichtige Erkenntnisse für die Erforschung von Sicherheit und Wirksamkeit liefern.
Gefordert werden unter anderem die freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener Gemeinschaften, der Schutz kultureller und geistiger Eigentumsrechte sowie eine gerechte Beteiligung an möglichen Vorteilen aus Forschung und kommerzieller Nutzung. Zudem sollten indigene Vertreter nicht lediglich symbolisch einbezogen werden, sondern eine tatsächliche Rolle bei Forschung, Governance und politischen Entscheidungen erhalten.
Als möglichen Ansatz schlagen die Autoren formalisierte und transparente internationale Dialogprozesse vor, die indigene Vertreter, Wissenschaft und Politik zusammenbringen. Als Beispiel nennen sie globale Konsultationsprozesse der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ziel sei eine Psychedelika-Forschung, die neben wissenschaftlicher Qualität auch die Rechte und Perspektiven indigener Gemeinschaften berücksichtigt.