Menschen mit einer früheren Erfahrung mit Psilocybin oder LSD zeigen häufiger eine positive Einstellung gegenüber Umwelt- und Naturschutz und ernähren sich eher vegetarisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von Daten aus zwei britischen Geburtskohorten: der National Child Development Study von 1958 und der British Cohort Study von 1970. Berücksichtigt wurden jeweils rund 21.800 Teilnehmer. Die untersuchten Daten wurden im Jahr 2000 erhoben, als die Personen 30 beziehungsweise 42 Jahre alt waren.
Teilnehmer, die mindestens einmal in ihrem Leben Psilocybin oder LSD konsumiert hatten, zeigten stärkere pro-ökologische Einstellungen und eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich vegetarisch zu ernähren. Bei Personen mit früherem Psilocybin-Konsum zeigte sich zudem ein Ernährungsprofil mit mehr Salaten und rohem Gemüse sowie weniger Süßigkeiten und rotem Fleisch.
Die Analyse deutet darauf hin, dass pro-ökologische Einstellungen einen Teil des Zusammenhangs zwischen Psychedelika-Erfahrung und vegetarischer Ernährung vermitteln. Da es sich jedoch um eine retrospektive Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus keine kausalen Zusammenhänge ableiten. Insbesondere bleibt offen, ob Psychedelika-Erfahrungen selbst die Umweltorientierung oder Ernährungsweise beeinflussen oder ob andere Faktoren für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich sind.