Psilocybin vs. Vollspektrum-Extrakte in Therapie und Forschung

Ein neues Paper plädiert für eine Erweiterung der psychedelischen Therapie und Forschung über isoliertes Psilocybin hinaus. Während sich die meisten klinischen Studien bislang auf den reinen Wirkstoff konzentrieren, argumentieren die Forscher, dass auch standardisierte Vollspektrum-Extrakte des gesamten Pilzes Psilocybe cubensis untersucht werden sollten.

Die Forscher verweisen auf präklinische Studien, die Unterschiede zwischen reinem Psilocybin und Ganzpilz-Extrakten hervorheben. Demnach könnten Vollspektrum-Extrakte besondere Effekte auf synaptische Proteine, Stoffwechselprozesse und das Verhalten entfalten. Solche Wirkungen wurden unter anderem in Tiermodellen für Depressionen und Zwangsstörungen beobachtet.

Neben möglichen biologischen Vorteilen sehen die Autoren auch gesellschaftliche Chancen. Standardisierte Pilzextrakte könnten langfristig kostengünstigere und breiter zugängliche Therapieansätze ermöglichen als aufwendig hergestellte synthetische Psilocybin-Präparate.

Die Wissenschaftler fordern daher, die Forschung zu psychedelischen Therapien auf eine breitere wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Entscheidungen über zukünftige Behandlungsansätze sollten demnach nicht allein von der pharmazeutischen Herstellbarkeit einzelner Wirkstoffe abhängen, sondern die gesamte verfügbare Evidenz berücksichtigen.

Paper: Ona, G., Llagostera, C., Alvarez, O., Dueñas, R. M., González, D., Soto-Angona, O. (2026), Time to embrace the whole: considering the replacement of psilocybin with Psilocybe spp. in psychedelic research and therapy, Natural Product Research 1–10.

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