Microdosing mit Psychedelika: Nutzer sind oft weiblich und gebrauchen seltener andere Drogen

Eine internationale Umfrage unter 6.193 Konsumenten psychedelischer Substanzen liefert neue Einblicke in die wachsende Praxis des Microdosings. Von den Befragten gaben 2.488 Personen an, Psychedelika in sehr niedrigen Dosen („Mikrodosen“) zu verwenden.

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen Personen, die ausschließlich mikrodosieren, und solchen, die sowohl Mikro- als auch reguläre („Makro-“) Dosen konsumieren. Exklusive Microdosing-Nutzer waren im Durchschnitt älter (46,4 statt 42,0 Jahre), deutlich häufiger weiblich (68,4 % gegenüber 44,7 %) und lebten häufiger in städtischen Regionen (43,9 % gegenüber 38,5 %). Zudem hatten sie im Laufe ihres Lebens weniger Erfahrungen mit anderen, nicht-psychedelischen Substanzen gesammelt.

Die Mehrheit der Microdosing-Nutzer (52,5 %) konsumierte Psychedelika mehrmals pro Monat. Am häufigsten wurden Psilocybin (74,5 %), LSD (34,4 %) und Ketamin (15,8 %) verwendet. Auffällig ist, dass fast zwei Drittel der Befragten (64,6 %) ihre Substanzen vor dem Konsum nicht auf Reinheit oder Inhaltsstoffe testen ließen.

Als wichtigster Grund für das Microdosing wurde die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens genannt (73,0 %). Darüber hinaus berichteten viele Teilnehmende, Psychedelika zur Behandlung verschiedener psychischer und körperlicher Beschwerden einzusetzen.

Die Autoren sehen in den Ergebnissen einen weiteren Baustein für das Verständnis des natürlichen Konsumverhaltens beim Microdosing. Gleichzeitig unterstreichen die Daten, dass die wissenschaftliche Forschung zu Psychedelika und insbesondere zum Microdosing trotz der zunehmenden Verbreitung der Praxis noch vergleichsweise am Anfang steht.

Syed, O. A., Petranker, R., Fewster, E. C., Sobolenko, V., Beidas, Z., Husain, M. I. et al. (2026), Global trends in psychedelic microdosing: demographics, substance testing behavior, and patterns of use, Journal of Psychoactive Drugs 58(1): 18-28.

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