Metaanalyse: Kein konsistenter Nutzen von Psychedelika im Microdosing

Eine am 13. August 2026 in CNS Drugs veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse findet bei gesunden Erwachsenen keinen konsistenten unmittelbaren Nutzen von Psychedelika im Microdosing für depressive Symptome, Angst oder Stress. Die Autoren werteten 24 Studien mit insgesamt 3.681 Teilnehmern aus; sechs Studien konnten in Metaanalysen einbezogen werden.

Untersucht wurden Studien mit subperzeptuellen Dosen psychedelischer Substanzen, insbesondere Psilocybin und LSD. In randomisierten kontrollierten Studien zeigten sich zwar subjektive und neurophysiologische Effekte. Deutliche und anhaltende Verbesserungen von Kognition, Kreativität oder Stimmung ließen sich dagegen nicht feststellen. Bei Psilocybin wurden unter anderem Veränderungen der EEG-Aktivität und der Sprache beobachtet, während LSD vorübergehende Stimmungseffekte und geringfügige physiologische Veränderungen verursachte. Nachhaltige Veränderungen der Kognition oder Persönlichkeit wurden nicht festgestellt.

Auch für depressive Symptome, Angst und Stress ergab die Metaanalyse der randomisierten Studien keine statistisch signifikanten Effekte. Für depressive Symptome betrug die standardisierte mittlere Differenz −0,19 (95-%-Konfidenzintervall −0,56 bis 0,19), für Angst −0,20 (−1,11 bis 0,71) und für Stress 0,02 (−0,39 bis 0,43). Die Konfidenzintervalle umfassen jeweils den Wert null.

Anders fielen die Ergebnisse einiger Beobachtungsstudien aus. Dort wurden Verbesserungen von Stimmung und Persönlichkeit berichtet. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass solche Ergebnisse unter anderem durch Erwartungseffekte oder Veränderungen des Lebensstils beeinflusst sein könnten. Eine explorative gemeinsame Auswertung verschiedener Studientypen deutete auf mögliche Verringerungen depressiver Symptome und von Stress hin; für Angst blieb die Datenlage unklar.

Für die Sicherheitsanalyse standen zwei randomisierte Studien mit insgesamt 109 Teilnehmern zur Verfügung. Dabei unterschieden sich die Risiken unerwünschter Ereignisse nicht eindeutig zwischen Microdosing und Kontrollbedingungen.

Die Autoren betonen, dass die randomisierte Evidenz bislang nicht ausreicht, um einen verlässlichen Nutzen des Microdosings bei gesunden Erwachsenen zu belegen. Beobachtete Verbesserungen waren in den kontrollierten Untersuchungen nicht signifikant von Placebo zu unterscheiden. Größere und methodisch hochwertige randomisierte Studien seien erforderlich, um Wirksamkeit und Sicherheit des Microdosings besser beurteilen zu können. Die Ergebnisse beziehen sich ausdrücklich auf gesunde beziehungsweise nicht-klinische Erwachsene und lassen daher keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Behandlung von Menschen mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen zu.

Quelle

Meshkat, S., Leung, M., Meshkat, S., Lin, Q., Wijendran, D., Reichelt, A.C. et al. (2026), Efficacy and Safety of Psychedelic Microdosing on Psychological Outcomes in Healthy Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis, CNS drugs 1-25.

Zur Studie, öffnet in neuem Tab link.springer.com

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