Systematische Auswertung randomisierter Studien findet Vorteile bei PTBS-Symptomen, Dissoziation und Funktionsniveau
Eine MDMA-gestützte Psychotherapie könnte die Symptomlast von Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) verringern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Efficacy of 3,4-methylenedioxymethamphetamine (MDMA)-assisted therapy for posttraumatic stress disorder: A systematic review and meta-analysis of clinical and functional outcomes, die die bislang verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien zu diesem Therapieansatz ausgewertet hat.
PTBS ist eine chronische und oft stark beeinträchtigende psychische Erkrankung. Vor diesem Hintergrund untersuchten die Autoren, ob die MDMA-gestützte Therapie im Vergleich zu anderen Optionen zu Verbesserungen der klinischen Symptome und der Alltagsfunktion führt.
Für die Analyse wurden bis zum 14. August 2025 neun wissenschaftliche Datenbanken sowie weitere Quellen durchsucht. Von 1.035 identifizierten Publikationen erfüllten 14 Studien die Kriterien für die systematische Auswertung. Acht randomisierte Studien lieferten ausreichende Daten für die quantitative Meta-Analyse.
Die Ergebnisse zeigen einen statistisch signifikanten Vorteil der MDMA-gestützten Therapie bei der Schwere der PTBS-Symptome. Auf Grundlage von Daten von 298 Teilnehmenden ergab die Meta-Analyse einen großen Gesamteffekt zugunsten der MDMA-Therapie. Darüber hinaus fanden die Autoren bei 148 Probanden eine signifikante Verringerung dissoziativer Symptome.
Auch für die allgemeine Funktionsfähigkeit im Alltag ergaben die gepoolten Daten von 227 Teilnehmern einen statistisch signifikanten Vorteil der MDMA-gestützten Therapie. Für depressive Symptome ließ sich dagegen kein eindeutiger Nutzen nachweisen.
Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Aussagekraft der Ergebnisse durch mehrere methodische Probleme eingeschränkt wird. Die Zahl der verfügbaren Studien ist weiterhin gering, die Stichproben waren vergleichsweise klein, und die Ergebnisse einzelner Studien unterschieden sich teilweise deutlich voneinander. Zudem kamen in den meisten Untersuchungen keine aktiven Kontrollbedingungen zum Einsatz. Da die subjektiven Wirkungen von MDMA für Teilnehmer und Therapeuten häufig erkennbar sind, könnte dies die Verblindung und damit die interne Validität der Studien beeinträchtigt haben.
Bei der Qualitätsbewertung zeigte sich in vielen Studien ein hohes Risiko für Verzerrungen bei der Erfassung der Behandlungsergebnisse. Die Forscher kommen deshalb zu einem vorsichtigen Fazit: Die bisherigen Daten sprechen dafür, dass MDMA-gestützte Therapie als potenzielle Behandlungsoption für PTBS weiter untersucht werden sollte. Um ihre Wirksamkeit belastbar beurteilen zu können, seien jedoch größere randomisierte Studien mit aktiven Kontrollgruppen, verbesserter Verblindung und längeren Nachbeobachtungszeiten erforderlich.
Fares-Otero NE, Furukawa Y, Sijbrandij M, Leucht S, Vieta E, Cuijpers P, Harrer M, Seedat S. (2026), Efficacy of 3,4-methylenedioxymethamphetamine (MDMA)-assisted therapy for posttraumatic stress disorder: A systematic review and meta-analysis of clinical and functional outcomes, Eur Neuropsychopharmacol. 107: 112802.