Die klinische Erforschung klassischer Psychedelika hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Eine neue Übersichtsarbeit identifizierte 165 laufende klinische Studien mit klassischen Psychedelika. Die meisten befinden sich in einer frühen Studienphase, werden in den USA durchgeführt und untersuchen Depressionen als häufigste Indikation.
Die Analyse zeigt außerdem, dass Psychedelika in den meisten Studien nur einmal verabreicht werden. Besonders häufig kommen entweder offene Ein-Gruppen-Studien oder parallelisierte, vierfach verblindete Studien mit aktivem Placebo zum Einsatz.
Gleichzeitig macht die Übersichtsarbeit auf methodische Herausforderungen aufmerksam. So werden in den laufenden Studien insgesamt 33 verschiedene Placebos verwendet, und lediglich sechs Studien erfassen ausdrücklich, wie erfolgreich die Verblindung tatsächlich funktioniert. Nach Ansicht der Autoren erschwert dies die Vergleichbarkeit der Studien und zeigt, dass insbesondere bei Placebo-Kontrollen und der Aufrechterhaltung der Verblindung weiterer methodischer Verbesserungsbedarf besteht.
Insgesamt sehen die Autoren in den zahlreichen laufenden Studien großes Potenzial, wichtige offene Fragen der psychedelischen Forschung zu beantworten und die Entwicklung künftiger klinischer Studien zu verbessern.
Wittenkeller, L., Gudelsky, G., Winhusen, T. J., Amato, D. (2026), The mushrooming of the psychedelic renaissance: A scoping review identifying trends in ongoing clinical trials, https://www.researchsquare.com/article/rs-8544354/v1