Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick 2025 der Psychedelia-Stiftung

Ein Jahr des Aufbaus, der Begegnungen und neuer Verbindungen. Danke, dass ihr dabei seid. Hier ist unser Jahresbericht für 2025.

2025 war für die Psychedelia-Stiftung ein Jahr des Aufbaus, getragen von Austausch, Begegnungen und neuen Verbindungen. Wir haben zugehört, mitdiskutiert, Formate begleitet und neue Verbindungen geknüpft. Danke für eure Aufmerksamkeit, eure Fragen und euer Vertrauen.

Gerade weil sich das Feld rund um psychedelische Forschung und Therapie schnell entwickelt, wollen wir Orientierung geben und Verantwortung betonen. Mit klaren Begriffen, mit Respekt für sensible Kontexte und mit einem Blick auf das, was in Praxis, Forschung und Öffentlichkeit wirklich hilft.

Im Folgenden teilen wir Einblicke in die Themen, Strukturen und Begegnungen, die unser Jahr geprägt haben.

2025 auf einen Blick

  • Ausbau des Scientific Advisory Board (wissenschaftlichen Beirats) mit bislang neun Mitgliedern
  • Beiträge und Präsenz in Fachkontexten, von Summit bis Konferenz
  • Mitorganisation und Workshop-Arbeit im Bereich der Ketamin-Therapie
  • Kulturelle und öffentliche Dialogformate in Berlin
  • Kooperation in einem sensiblen BIPOC-Kontext mit Forschungsanteil

Scientific Advisory Board

Der Aufbau unseres wissenschaftlichen Beirats gehörte zu den wichtigsten Schritten dieses Jahres. Inzwischen begleiten uns neun Beraterinnen und Berater aus unterschiedlichen Fachrichtungen als unabhängige, beratende Stimme. Sie unterstützen die Psychedelia-Stiftung mit strategischer, wissenschaftlicher, professioneller und ethischer Orientierung, damit unsere Arbeit in Forschung, Public Health und Bildung gut verankert bleibt. Entscheidungen und Verantwortung liegen weiterhin beim Vorstand.

In der Praxis bedeutet das vor allem eines: Wir können wichtige Fragen mit zusätzlicher fachlicher Tiefe diskutieren, bevor wir Entscheidungen treffen oder neue Schwerpunkte setzen.

Das Gremium bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und gibt Orientierung bei strategischen, wissenschaftlichen, professionellen und ethischen Fragestellungen. Die Rolle ist beratend. Die operative Arbeit und alle Entscheidungen liegen beim Vorstand.

Die aktuelle Übersicht findet ihr auf unserer Seite „Über uns“.

Konferenzen und Fachveranstaltungen 2025

Psychedelia-Stiftung 2025 Wrap-up

2025 waren wir auf diversen Konferenzen und Fachveranstaltungen zu Gast, um beizutragen, zuzuhören, mitzudenken und im Austausch weiterzukommen:

  • Psychedelika Summit, Hildesheim: Eine eintägige Konferenz mit Vorträgen, Workshops und Networking in Hildesheim. Sergio Pérez Rosal und Markus Berger hielten Vorträge.
  • Psychedelic Science 2025, Denver (16. bis 20. Juni 2025): Internationale Konferenz von MAPS im Colorado Convention Center in Denver. Sergio Pérez Rosal präsentierte ein Poster.
  • Holistic Health Festival, Berlin (September 2025): Gesundheitsfestival im Museum für Naturkunde Berlin mit Programm zu ganzheitlichen Perspektiven auf Gesundheit. Sergio Pérez Rosal war mit einem Programmpunkt vertreten.
  • International Ketamine Conference, Frankfurt (18. bis 22. Oktober 2025): Internationale Fortbildungskonferenz für Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Hotel Marriott Messe Frankfurt/M.. Organisiert von Dr. Scheib, die Psychedelia-Stiftung war Mitorganisatorin. Sergio Pérez Rosal hielt einen Vortrag, außerdem leiteten Sergio Pérez Rosal und Francieli Favarim einen Workshop.

Was diese Formate verbindet: Die relevanten Fragen werden konkreter. Es geht weniger um Schlagworte und mehr um Praxis, Kompetenzen und Verantwortung.

Kultur und Öffentlichkeit in Berlin

Kultureller Abend im Soho House (13. November 2025)

Ein Abend mit Murari und Alessandra Afausto des Stammes der Shanenawa. Uns war wichtig, einen respektvollen Rahmen zu schaffen, der Begegnung ermöglicht. Ohne Projektion, ohne Romantisierung und ohne Vereinfachung.

Healthy Drugs Live-Podcast, The New Health Club bei Acht Berlin (19. November 2025)

Ein Live-Podcast-Format, veranstaltet von Anne Philippi und The New Health Club, bei Acht Berlin, mit Lars Wilde, Julia Bamberg und Sergio Pérez Rosal. Öffentliche Gespräche dieser Art sind wichtig, weil sie Nuancen zulassen und Polarisierung entgegenwirken können. Weniger Meinung, mehr Kontext.

Schwerpunkt 2025: Kooperation mit Forschungsanteil

Racial Trauma Retreat in Jamaika (Juli 2025)

In Zusammenarbeit mit der University of Ottawa wurde ein Retreat-Format mit Forschungsanteil umgesetzt. Zielgruppe waren BIPOC, also Black, Indigenous und People of Color, im Kontext Rassismus-assoziierter Traumata. Es nahmen elf Personen teil. Das Format war erfolgreich, eine nächste Durchführung ist für März 2026 geplant.

Rahmen und Einordnung

Bei Formaten dieser Art ist Kontext entscheidend. Für uns stand im Vordergrund, dass Begleitung, Sicherheit und Integration professionell umgesetzt werden und dass die Sprache rund um das Thema verantwortungsvoll bleibt.

Konkret bedeutete das:

  1. Ein klar definierter, professioneller Rahmen, der Rollen, Verantwortlichkeiten und Abläufe transparent macht
  2. Traumasensibles Vorgehen und Integration als Kernbestandteil, nicht als Zusatz
  3. Respekt für kulturelle Kontexte und eine Darstellung ohne Romantisierung oder vereinfachende Bilder
  4. Eine saubere Abgrenzung dessen, was berichtet wird und was nicht, damit keine falschen Erwartungen entstehen

Entwicklungen in Europa: von der Debatte zu den Rahmenbedingungen

Europa bleibt vielfältig, mit unterschiedlichen Rechtssystemen, Versorgungswegen und Bewertungslogiken. Gleichzeitig hat sich 2025 an mehreren Stellen gezeigt, dass die Diskussion konkreter wird. Weniger Schlagworte, mehr Fragen zu Rahmenbedingungen, Qualität und Patientenschutz.

Deutschland: Zugang, Regulierung, Ausbildung

In Deutschland zeigt sich immer deutlicher, dass die Einführung psychedelisch assistierter Therapie nicht nur eine Frage von Studien ist. Entscheidend sind drei Bausteine, die im Gesundheitssystem zusammenspielen: Zugangswege für Patientinnen und Patienten, Regeln für Bewertung und Finanzierung sowie Ausbildung und Kompetenzen der begleitenden Fachkräfte.

In diesem Zusammenhang wird auch der bestehende rechtliche Rahmen für Härtefallprogramme, also Compassionate Use, relevanter. Er zeigt, wie Theorie in Praxis übergehen kann, wenn neue Behandlungen in klar definierten Settings verantwortungsvoll umgesetzt werden sollen.

Eine ausführlichere Einordnung findet sich im Beitrag „Was braucht Deutschland für psychedelische Therapie?

Schweiz: begrenzter medizinischer Zugang als Referenzpunkt

Die Schweiz arbeitet seit Jahren mit Ausnahmebewilligungen für begrenzte medizinische Anwendungen. Für Europa ist das relevant, weil daraus Erfahrungswerte entstehen, etwa zu Indikation, Qualifikation, Risiko-Management und Datenerfassung. Weitere Informationen zum Schweizer Modell der Ausnahmebewilligungen finden sich hier.

EU: Health Technology Assessment wird wichtiger

Seit dem 12. Januar 2025 laufen EU-weit gemeinsame klinische Bewertungen für bestimmte neue Arzneimittel schrittweise an. Für innovative Therapien bedeutet das, dass Bewertung und Einordnung noch stärker beeinflussen, wie Evidenz später in Versorgung und Finanzierung übersetzt wird. Weitere Informationen zur EU-HTA-Verordnung und den gemeinsamen klinischen Bewertungen finden sich hier.

Ausblick 2026 und Einladung

Zum Schluss ein Gedanke zum zurückliegenden Jahr: In einem Feld, das so viel Hoffnung, aber auch so viele Missverständnisse produziert, sind eine präzise Sprache, kompetente Praxis und gute Beziehungen keine Nebensachen. Sie sind die Voraussetzung.

Mit dem wissenschaftlichen Beirat und allen Gesprächen, die 2025 möglich waren, haben wir dafür den Grundstein gelegt. 2026 möchten wir daran anknüpfen, indem wir Orientierung weiter zugänglich machen, Austausch verlässlich halten und dort genau bleiben, wo Themen sensibel sind.

Danke, dass ihr uns begleitet. Wenn ihr in Verbindung bleiben möchtet:

  • Folgt uns auf LinkedIn und Instagram für punktuelle Updates.
  • Für Kooperationen und fachlichen Austausch erreicht ihr uns über die Kontaktseite.
  • Wenn ihr unsere gemeinnützige Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über Spenden oder Kooperationen.

Herzliche Grüße

Euer Team der Psychedelia-Stiftung

Logo von der Psychedelia-Stiftung mit dunkler grauen Schrift

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