ARTE-Dokumentation beleuchtet den Fliegenpilz zwischen Mythos und Wissenschaft

Titelbild der ARTE-Dokumentation: ein roter Fliegenpilz mit weiß gesprenkeltem Hut steht auf moosigem Waldboden, links daneben der Schriftzug „Der Fliegenpilz“.

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) steht im Mittelpunkt der neuen ARTE-Dokumentation „Der Fliegenpilz – Zwischen Mythos und Wissenschaft“ von Thomas Grube. Der 53-minütige Film verbindet kulturgeschichtliche Perspektiven mit Einblicken in die Mykologie, Pharmakologie und aktuelle Forschung.

Worum geht es? Der auffällige rot-weiße Pilz gehört zu den bekanntesten Pilzen überhaupt und ist zugleich mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen verbunden. Er gilt als Glückssymbol und Märchenmotiv, wird mit Hexerei und Weihnachtsikonografie assoziiert und ist wegen seiner Giftigkeit und psychoaktiven Eigenschaften Gegenstand zahlreicher Erzählungen und wissenschaftlicher Untersuchungen.

Die Dokumentation begleitet Amanita muscaria durch Wälder, historische Überlieferungen und Labore. Zu Wort kommen unter anderem Forschende aus Mykologie, Pharmakologie, Anthropologie, Psychologie sowie Literatur- und Kunstgeschichte. Mit dabei sind bekannte Gesichter aus unserer Bewegung: die Psychedelia-Vorstands- und Gründungsmitglieder Sergio Pérez Rosal und Markus Berger, die Ethnologin Claudia Müller-Ebeling, der Psychiater Torsten Passie, der Psychologe Wolfgang Bauer, der Mikrobiologe Felix Blei und die Ethnologin Alexandra Rosenbohm nebst zahlreichen weiteren. Daneben stellt der Film Menschen vor, die sich dem Fliegenpilz im Rahmen von Ritualen, naturspirituellen Praktiken oder Vorstellungen von verloren gegangenem Wissen nähern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der biologischen und kulturellen Bedeutung des Pilzes. Dabei geht es unter anderem um seine Rolle im Ökosystem Wald sowie um seine Darstellung in europäischen Kultur- und Wissensgeschichten. Auch Überlieferungen über seine Verwendung in Ritualen und schamanischen Kontexten werden aufgegriffen.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Dokumentation dem gegenwärtig wieder zunehmenden Interesse an der berauschenden Wirkung des Fliegenpilzes. Amanita muscaria enthält insbesondere die psychoaktiven Substanzen Ibotensäure und Muscimol, die pharmakologisch unterschiedlich wirken. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich unter anderem mit ihren Wirkmechanismen, den Wirkungen und Risiken des Pilzes sowie mit seiner zunehmenden kommerziellen Vermarktung.

Damit berührt der Film auch aktuelle Fragen des Umgangs mit psychoaktiven Naturstoffen: Welche Risiken sind mit dem Konsum verbunden? Wie belastbar sind Behauptungen über mögliche Wirkungen? Und welche Rolle spielen Regulierung und Kommerzialisierung?

„Der Fliegenpilz – Zwischen Mythos und Wissenschaft“ zeichnet damit das Porträt eines Pilzes, bei dem kulturelle Zuschreibungen, historische Überlieferungen und wissenschaftliche Erkenntnisse aufeinandertreffen. Zugleich zeigt die Dokumentation, dass trotz umfangreicher Forschung weiterhin Fragen zur Biologie, Pharmakologie und Kulturgeschichte von Amanita muscaria offen sind.

Quelle

„Der Fliegenpilz – Zwischen Mythos und Wissenschaft“, Dokumentation von Thomas Grube, Deutschland 2026, 53 Minuten. Die TV-Ausstrahlung erfolgte am 17. September 2026 um 20:15 Uhr; ARTE stellt die Dokumentation anschließend online bereit.

Zum Film, öffnet in neuem Tab youtube.com

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